Café Inka mit historischer Tapete in Ötlingen

Café Inka mit historischer Tapete in Ötlingen

Dorfstraße 95, 79576 Ötlingen (Weil am Rhein)

„200 Jahre alt und immer noch gutaussehend“

Bunte Kunstwerke an den Hauswänden, Skulpturen in den Vorgärten: Wenn man in das Art-Dorf Ötlingen reinfährt, spürt man sofort die besondere Atmosphäre, die hier herrscht. Dieses Staunen setzt sich im ansäßigen Café Inka fort – denn das hat ebenfalls eine ganz ehrwürdige Verzierung an den Wänden.

Die Tapete

Im Café Inka gibt es eine wunderschöne und mystisch angehauchte Tapete zu bewundern, die aber nicht nur rein dekorative Zwecke bedient, sondern sogar denkmalgeschützt ist. Der Eigentümer des Gebäudes kann sich daran erinnern, wie er als Kind hier die Großeltern besuchte und sich im Dunkeln ein wenig vor den Figuren an den Wänden gruselte. Danach wurde eine Holzvertäfelung gezogen und der Raum überwiegend als Abstellraum genutzt. Die Tapete ist dementsprechend allmählich in Vergessenheit geraten.

Vor über 30 Jahren, 1988, wurde sie im Rahmen von Renovierungsarbeiten wiederentdeckt. Nachdem das Denkmalamt sie gründlich untersuchte, stand die Gewissheit fest: Es handelt sich um eine inzwischen über 200 Jahre alte Tapete, im Jahre 1819 in der Pariser Manufaktur Dufour & Leroy hergestellt. Daraufhin wurde sie abgetragen und zwei Jahre lang in Stuttgart restauriert, einzig ein Stück ließ sich nicht entfernen und wurde vor Ort behandelt. Mittlerweile sind sowohl das Gebäude als auch die Tapete denkmalgeschützt.

Demnach benötigt sie auch einen besonderen Umgang. Dezente Geländer vor den Wänden erinnern Besucher daran, Abstand zu halten und die Tapete nicht zu berühren. Muss man ja auch nicht! Viel schöner ist es doch, das Wandkunstwerk zurückgelehnt und mit einem Kaffee in der Hand zu betrachten!

Die historische Tapete zeigt das Leben der Inkas kurz vor der Zerstörung ihres Reiches

Die Tapete zeigt die Ereignisse aus dem Leben der Inkas vor der Zerstörung ihres Reiches durch den Spanier Pizarro. Die Inkas waren eine indigene urbane Kultur in Südamerika (13. – 16. Jahrhundert). „Die Vollständigkeit in der Bildfolge und die Tatsache, dass sie noch in ihrem ursprünglichen Rahmen, dem ehemaligen Gasthaussaal, gezeigt werden kann, geben der ‚Ötlinger Tapete‘ ihre besondere Bedeutung“, heißt es im Flyer.

Das Café

Seit 1991 gibt es nun das Café Inka. Ronja und Diana sind die dritten Pächter und betreiben es seit Juni 2021. Diana, die gelernte Köchin ist, hat seitdem auch das Mittagstisch etabliert. Die beiden kaufen viel regional ein und kooperieren mit der örtlichen Tafel.

Das Art-Dorf

Im Jahr 2007 rief eine private Initiative das Art-Dorf Ötlingen ins Leben. Künstler, überwiegend aus der Region, stellen ihre Kunstwerke für etwa 3-5 Jahre zur Verfügung. Diese zieren Hauswände und Vorgärten des gesamten Ortes. Danach wechseln die Künstler. Unterstützt wurde das Ganze vom Kultur- und Denkmalamt.

Die Welt vor der Haustür

Kaffee, Kuchen, Kunst und ein bisschen Geschichte dazu – das alles bekommt man im Café Inka und in Ötlingen. Den Besuch kann man wunderbar mit Ausflügen rund um die Ortschaft verbinden. Durch die Lage im Dreiländereck hat man hier einen internationalen Flair: Museen in der Schweiz, shoppen gehen in Frankreich – hier ist Europa zuhause.

Mehr über das Café Inka erfährt ihr auf ihrer Homepage: cafeinka.de

Written by ssobotta - 28. Februar 2023 - 1918 Views