Malin Lüth und ihr Slowflower-Blumenfeld in Müllheim

Malin Lüth und ihr Slowflower-Blumenfeld in Müllheim

L125, 79379 Müllheim

Nachhaltigkeit blüht auf

Bei Lebensmitteln achten die meisten Menschen darauf, woher die Produkte kommen. Bei Schnittblumen nicht. Warum das problematisch ist und welche Alternativen es gibt – wir haben Malin Lüth auf ihrem Blumenfeld bei Müllheim besucht und sie befragt.

Wir alle lieben Blumen! Blumen stehen für Schönheit und Lebensfreude. Sie hellen unsere Laune auf und mit einem bunten Blumenstrauß drücken wir unsere Zuneigung für eine andere Person aus. Umso erschreckender ist es, zu erfahren, dass an Schnittblumen Gift und Blut haften können.

Eine Alternative bietet die Slowflower Bewegung. Sie bringt das Problem auf ihrer Internetseite auf den Punkt: „Die meisten Blumen stammen aus Ländern wie Kenia, Sambia, Äthiopien oder Ecuador, wo Böden, Seen und Naturschutzgebiete mit den Spritzmittelrückständen aus den Monokulturen vergiftet werden, es fragwürdige Arbeitsbedingungen gibt, keine oder unzureichende Schutzkleidung, Niedriglöhne und Ausbeutung.“

Die Slowflower Bewegung ist ein Zusammenschluss von Florist*innen und Gärtner*innen, die Blumen regional, saisonal und nachhaltig anbauen. Die Mitarbeiter*innen erhalten den normalen, landwirtschaftlichen Lohn. Meistens sind das kleine Betriebe und meistens frauengeführt. Eine diese Frauen ist Malin Lüth, Gärtnerin aus Baden und Gründerin von Wildling Blumen.

Blumen ihren Wert zurückgeben

Malin trägt einen bunten Blumenstrauß auf ihren Schultern

Seit 2020 baut Malin auf ihrem Blumenfeld bei Müllheim an. Dem Argument, nachhaltige Blumen seien zu teuer, entgegnet sie: „Die vermeintlich niedrigen Kosten in den Supermärkten sind versteckte Kosten. Das heißt, langfristig zahlt unsere Gesellschaft dafür.“ – Mit Umweltverschmutzungen und gesundheitlichen Problemen. So weiß Malin von einer Studie, aus der hervorgeht, dass in Ecuador Pestiziden, die für den Anbau von Schnittblumen verwendet worden sind, Depressionen bei Jugendlichen ausgelöst haben sollen.

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass es viele, kleine, bunte Betriebe gibt, die Blumen anbauen und dass die Menschen einfach nebenan zu der Gärtnerei ihres Vertrauens gehen und sich von dort die Blumen holen können.

Fotos: Marcia Friese

„Wenn man den Bezug zu den Leuten hat, die Blumen anbauen, und sieht, was für eine Arbeit dahintersteckt, dann entwickelt man ein Verständnis dafür, dass Blumen ein Produkt sind, das seinen Wert hat.“

Malin Lüth

Bei Malin bekommt man nicht nur gute Qualität, sondern auch etwas fürs Auge. Sie bietet ungewöhnliche Formen und Farben an, die man nicht im Supermarkt findet. Außerdem werden bei ihr die Blumen anders gebunden, lockerer, die Blumen können bei ihr atmen. Daneben gibt sie auch Workshops und Veranstaltungen.

Wie kann ich meinen Beitrag leisten?

Wie können wir alle unseren Beitrag dazu leisten, um Blumen und die Umwelt besser zu schützen? Malin rät, am besten auf Wochenmärkten zu kaufen und öfters nachzufragen, woher die Blumen kommen. Bei Slowflower und Föga kann man sich zudem informieren, wer in der Nähe nachhaltig anbaut.

Malin schiebt einen Schubkarren vor sich
Foto: Marica Friese

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Hat dich unser Artikel davon überzeugt, in Zukunft mehr auf die Herkunft von Blumen zu achten oder kaufst du sowieso schon regional vom Blumenfeld deines Vertrauens? Schreib mir deine Gedanken!

Written by ssobotta - 20. Oktober 2022 - 988 Views